Dienstag, 30. Mai 2017

Informationsabend gegen Flutpolder in Gremheim - Petition für den Landtag gestartet!

(Gremheim 30.05.2017) Im Rahmen der Zusammenarbeit von Bürgerinitiativen gegen die Flutpolder an der Donau in Nordschwaben haben die IV in Leipheim und die IG Rettet das Donauried eine Petition gestartet. Nach der Auftaktveranstaltung in Leipheim haben die Bürgervertreter jetzt auch im Landkreis Dillingen mit einer Veranstaltung in Gremheim für Ihr Vorhaben geworben. Vor knapp 140 Zuhörern wurde gebeten sich zahlreich mit Unterschriften zu beteiligen, um die Flutpolder abzuwenden und endlich in eine Diskussion um einen vernünftigen, ausgewogenen und bayernweiten Hochwasserschutz mit einem tragfähigen Gesamtkonzept einzusteigen. Zudem wurde in der Aktion: 1000 Briefe an das Umweltministerium dazu aufgerufen sein Anliegen an Fr. Scharf zu formulieren, um zu zeigen, daß es viele Betroffene gibt. Die Petition ist unter der Internetadresse zu finden:
Nach einer Einführung in den momentanen Stand der Diskussion mit Ausblick auf die nächsten 4 Jahre Raumordnungs- bzw. Planfeststellungsverfahren, fasste Herr Audibert die Faktenlage zu Flutpoldern zusammen und richtete einen Blick auf die Strategie der nächsten Monate und Jahre. Besonderer Wert wurde auf die Petition gelegt, ihre Durchführung erläutert und wie sich die Bürger beteiligen können.
Anschließend kam der Mustervertrag zu gesteuerten Flutpoldern auf den Prüfstand. Hubert Mayer von der BI Rettet das Donauried zeigte die Fußangeln und für den Unterzeichner im Vertrag auf. Besonders kritisch wurde der Bereich der Kontamination von Ackerflächen, der damit verbundene Ausfall für die Nahrungsmittelproduktion und der wahrscheinliche Verlust der Flächen für die Landwirte bzw. der Aufkauf durch den Staat beleuchtet. Im Fazit ist der Mustervertrag zu allgemein und unspezifisch abgefasst, so daß er erst in Zusammenarbeit mit einem Rechtsbeistand für den einzelnen Betroffenen individualisiert werden sollte. Schon der Titel "gesteuerter Flutpolder" kann über die Gewährung der Entschädigung nach Vertrag entscheiden oder zu einer langen Klage führen.
Unterstützung kam vom Gastredner MdL Johann Häusler. Seit über 2 Jahren setzt sich er sich als beinahe einsamer Streiter für die Interessen der Bürger und Landwirte hier im Donauried ein. Er plädierte mit gewohnter Vehemenz für ein vernünftiges gesamtbayrisches Hochwasserschutzkonzept unter Einbezug aller Möglichkeiten mit Blick auf Ausgewogenheit und Solidarität aller Beteiligter. Er richtete einen Apell an die heutigen Verantwortungsträger, die Heimat und die Existenzgrundlagen hier im Donauried auch für zukünftige Generationen zu erhalten und nicht leichtfertig einem aktuell propagierten Fortschritt zu opfern. Auch unsere Kinder und Enkel wollen Ihre Heimat und die Natur noch so erleben wollen wie wir. Aus dem Publikum kam nach einem langen Applaus dann zurecht die Frage, wo denn die anderen Volksvertreter wären, um die Riedbewohner zu verteidigen.
Abschließend ging der Dipomgeologe Michael Audibert in einem Vortrag über Mücken und stechmückenbezogenen Infektionskrankheiten von Hirnhautentzündung bis Malaria auf die Problematik der zu erwartenden Zunahme dieser Plagegeister ein. Interessant war der Hinweis auf Informationsblätter der ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ) mit der Darstellung auf die europaweite Zunahme von eingeschleppten sog. invasiven Mücken. Zudem können auch einheimische Stechmücken gefährliche Krankheiten übertragen wie bei der Blauzungenkrankheit oder beim Amselsterben in den letzten Jahren.
Der Abend endete mit dem Apell sich an der Petition zu beteiligen, für den Erhalt der Heimat mit dem schönen Donauried und den Dingen die man erst vermisst, wenn sie nicht mehr da sind.