Montag, 30. Januar 2017

Bürger wollen Fakten und Aufklärung – Voller Saal in Blindheim

(Blindheim 30.01.2017) Über 150 Bürger konnte die „BI Rettet das Donauried“ Dienstag vor 2 Wochen in Blindheim begrüßen. Unter dem Motto „Flutpolder – Prestigeprojekt oder wirklicher Hochwasserschutz“ sollten Fakten zu den geplanten Poldern an die Bürger weitergegeben werden. Besonders wichtig war der BI die Möglichkeit für die Bürger, ihre Fragen und Ängste während der Veranstaltung vorzutragen. Dies wurde auf der letzten Veranstaltung am 19.12.2016 in Höchstädt von offizieller Seite unterbunden und zeugt von einem mangelnden Demokratieverständnis auf Seiten staatlicher Stellen. In Blindheim zeigten sich die anwesenden Bürger über diese Verhaltensweise sehr verärgert. Der Geologe Michael Audibert startete mit einem Fachvortrag über die Polder. Hier konnte er immer wieder klar darlegen, dass der sogenannte regionale Hochwasserschutz nichts anderes ist, als ein Prestigeprojekt der Landesregierung auf Kosten der Landbevölkerung in Nordschwaben. Die Studien und alle Aktionen auf Seiten des Staates waren zielgerichtet auf die Erstellung der Polder ausgerichtet oder wie es das WWA Ingolstadt auf einer der angeblich „ergebnisoffenen“ Dialogveranstaltungen klar ausgedrückt hat, dass es nicht um das „ob“ eines Polders geht, sondern nur um das „wie“. Schlussendlich sieht das WWA einen klaren Auftrag von Seiten der Staatsregierung in der Umsetzung der Polder. Sehr erschrocken reagierte das Publikum, als Audibert ein Bild eines genutzten Polders in Norddeutschland zeigte. Augenscheinlich für alle Anwesenden waren die unglaublichen Zerstörungen. An Ackerbau ist dort nicht zu denken und nur ein kleiner Teil konnte für die Grünlandwirtschaft genutzt werden, der Rest der Polder-Fläche war nach der Flutung versumpft.
Anschließend führte Hubert Mayer anhand einer Agenda der wichtigsten Fragestellungen durch die Fragerunde. Dabei wurden viele Märchen zum Polder entzaubert, z.B. der Glauben einiger Bürger, dass mit den Poldern ein finanzieller Vorteil für die Eigentümer bzw. Pächter verbunden sei. Mayer stellte klar, dass wenn die Polder kommen - ob Pächter oder Verpächter - mit einem nachhaltigen enormen Wertverlust zu rechnen ist.
Der anwesende Landtagsabgeordnete Johann Häusler erneuerte ebenfalls seine Kritik an den geplanten Bauwerken. Er erzählte auch seine Erlebnisse bei der offiziellen Veranstaltung am 19.12.2016, als er sinngemäß als Sicherheitsrisiko für die Veranstaltung von Offiziellen bezeichnet worden war und dass er doch froh sein könne, überhaupt in den Saal zu dürfen. Das ein frei gewählter Abgeordneter derartig fragwürdige Aussagen über sich ergehen lassen muss, spricht nicht für die Hintermänner der Veranstaltung in Höchstädt.
Mit Ärger wurde die Information aufgenommen, dass bis zum heutigen Zeitpunkt keine Einladung des CSU-Fraktionsvorsitzenden Kreuzer an die BI`s und Interessengemeinschaften erfolgt sei. Dieser habe auf einer CSU-Veranstaltung in Unterglauheim den Protestierenden versprochen, dass er das Gespräch mit den Betroffenen suchen würde. Dies war offensichtlich ein leeres Versprechen.
Am Schluss verwies die BI auf die eigene Facebookseite „Keine Flutpolder in Nordschwaben“, dort werden regelmäßig neue Informationen zur Polderproblematik veröffentlicht, sowie auf eine weitere Veranstaltung am 15.02.2016. Dort würden Politiker aller Parteien eingeladen, um sich zum Thema Flutpolder äußern zu können. Leider war bis zum Zeitpunkt der Veranstaltung in Blindheim von Seiten der CSU bzw. des Stimmkreisabgeordneten Winter keine Antwort zur Teilnahme eingegangen.