Dienstag, 1. November 2016

Biberproblematik (1) – Ein Betroffener spricht

(Dillingen 01.11.2016) Letzte Woche fand eine Abstimmung im Umweltausschuss zu einem Antrag von Kreisrat Hermann Mack (REP) statt, der die Kosten aufgrund von Biberschäden zum Inhalt hatte. Der Landkreis Dillingen sollte jenen Teil des Schadens übernehmen, den der Freistaat Bayern aufgrund einer Kostendeckelung nicht bereit ist zu zahlen. Im Klartext: Die Eigentümer bzw. die Landwirtschaft als Betreiber der Flächen sollten nicht auf dem Schaden sitzen bleiben. Dieser Blog wird zusätzlich zu diesem Erfahrungsbericht noch die Protokolle der Sitzung veröffentlichen, damit der Bürger sehen kann, welche Persönlichkeiten gegen den Antrag gestimmt haben.

Leserbrief „Wer zahlt für Biberschäden?“ vom 26.10.2016 in der „Donau-Zeitung“

Als jahrelang betroffener Landwirt von Biberschäden bin ich erschrocken über manche Äußerungen im Umweltausschuss. Wenn Herr Leipert vom Bund Naturschutz dreist davon spricht, dass die Bauern selbst an den Schäden schuld sein sollen, dann fällt einem nichts mehr dazu ein, außer, dass der BN hier nicht mehr für „voll“ zu nehmen ist. Offenbar gilt der Schutz des Eigentums beim BN nichts, wenn man seine eigenen ideologischen Vorstellungen umsetzen möchte. Man stelle sich vor, ein Wolf oder Braunbär würde einen Menschen anfallen und töten, würde dann Herr Leipert auch davon sprechen, dass das Opfer selbst schuld ist? Aus Sicht des BN hat das Tier offensichtlich ein höheres Recht als der Mensch. Schlimm finde ich auch die Aussage des Herrn Landrat Schrell, der gegen den Antrag von Herrn Mack war, weil er das Risiko der möglichen Kosten für den Landkreis nicht tragen möchte. So ist dies also, der Landkreis kann also das Risiko nicht tragen, die Eigentümer offensichtlich schon. Man macht es sich schon sehr einfach, wenn man die Kosten und Risiken auf Privatpersonen abwälzt und selbst nur für das Problem der überproportionalen Biberanzahl sorgt. Zum Schluss bin ich richtig sauer auf meine Berufskollegen, die im Umweltausschuss sitzen. Offensichtlich hat sich niemand getraut dem Antrag zuzustimmen, auch wenn er sachlich richtig ist und den Interessen der Landwirte gedient hätte.


Ludwig Mayer, Gremheim